Männer und Business- bzw. Arbeitstaschen – ein heikles Thema: Denn viele Männer trauen sich noch immer nicht an eine Henkeltasche als Arbeitstasche heran. Das geht so lange gut, bis der erste Business-Termin die Mitnahme eines Tablets, Notebooks oder Ordners erfordert. Und dann fragen sich viele Männer ratlos: Welche Arbeitstasche passt zu mir, wenn ich aus dem Schultertaschen-Alter rausgewachsen bin? Style-Statements gibt Tipps – und schöpft hierfür aus dem eigenen großen (Taschen-)Fundus.

Wie viele Taschen deutsche Männer haben, lässt sich nicht recherchieren. Hierzu gibt es keine Zahlen. Zu individuell ist scheinbar die Vorliebe für Taschen. Aber: Der Taschenmarkt wächst, so eine Marktstudie von Statista. Zusammen mit Koffern kommen die Deutschen auf Ausgaben von rund 4,2 Milliarden Euro pro Jahr. Ein riesiger Markt!

Bei Damen wächst die Handtaschen-Sparte ebenfalls. Doch anders als bei Frauen möchte sich die Henkeltasche oder – jetzt kommt es Männer – „Handtasche“ nicht in der Männerwelt durchsetzen. Und so laufen viele Männer Ü25 immer noch lieber mit ausgebeulten Hosentaschen statt mit einer Arbeitstasche in die Mittagspause und auf Termine und ruinieren sich mit vollgestopften Portemonnaies gleichermaßen die Gesäßtasche wie Rückansicht.

Mindestens eine Arbeitstasche sollte sein

Dabei sind Männer deutlich klüger beraten, sich einfach mindestens eine elegante Businesstasche für die Arbeit zuzulegen. Denn der Termin kommt bestimmt, wo man(n) mehr transportieren muss als das Handy und Portemonnaie. Deutsche Männer suchen übrigens im Internet nicht nach dem Wort Businesstasche, sondern „Arbeitstasche“, weshalb wir diesen Begriff ab hier weiter verwenden (Stichwort gutes SEO). Und noch ein zweites „Übrigens“: Deutsche suchen in erster Linie nach Schultertaschen. Welche Altersklasse hiernach über Google recherchiert, verrät die Suchmaschine leider nicht. Zu vermuten steht aber, dass es sich um viele Schüler und Studenten handelt – und genau damit sind wir beim Kern: Männer, die dem Studentenalter entwachsen sind, sollte so erwachsen sein, eine alternative Taschenform zu tragen. Auch Henkeltaschen bieten übrigens Schultergurte mit an, sodass mann sie wahlweise über der Schulter oder in der Hand tragen kann.

Im Folgenden stellt Style-Statement hierfür verschiedenste Taschen vor: Welche eignen sich für wen? Welche liegen in einem guten Preis-Leistungs-Segment? Und welche haben sich im Alltag am besten bewährt?

Für letztere Frage schöpfe ich aus meinem eigenen großen Taschen-Fundus. Dabei verzichte ich: auf Aktenkoffer (wir wollen nicht aussehen wie ein Spion), auf gegerbte Akten-Taschen (auch nicht wie ein Vertreter) und auf Arbeitstaschen mit endlosen Fächern im Schifferklavier-Stil (wir sind nicht Hans Albers).

Ich besitze 16 Taschen. Hipster-Beutel nicht mitgerechnet. Ich habe sie auf vielen Geschäftsreisen und in vielen Jahren im wahrsten Wortsinne „zusammengetragen“. An ihren Beispielen zeige ich euch, welche Tasche sich für wen eignet und ob sich das Investment lohnt. Alle Taschen liegen in der Preisklasse 50 Euro bis 650 Euro.

Arbeitstaschen 1): Die Diva am Arm

Arbeitstaschen MCM
MCM-Arbeitstasche Foto: JO

Diese MCM-Arbeitstasche ist meine teuerste Tasche. Ich habe sie auf Breuninger.de gekauft und hierbei noch etwas Rabatt mitgenommen (wenn man den Newsletter bestellt). Ich empfehle euch Breuninger, da das Stuttgarter Kaufhaus eine vorbildliche Online-Offline-Verschmelzung hat. Der Online-Shop ist gut sortiert, die Waren haben eine solide Qualität und im Sale kann man(n) durchaus Schnäppchen machen.

Für wen geeignet: „Kleide dich nicht für den Job, den du hast – sondern für den, den du anstrebst.“ Dieses Style-Statement füllt diese Tasche mit Leben: die MCM-Tasche sieht sehr elegant und stilvoll aus und passt zu Arbeitnehmern, die aufsteigen – und dieses auch ausdrücken möchten.

Die Tasche im Test: diese Tasche ist sehr empfindlich und fühlt sich bei mir deshalb leider in ihrem Stoffsack am wohlsten. Will heißen: Sie ist zu schön, um im Fahrradkorb zu verschrammen oder im Regen nass zu werden. Zweites Problem: das Muster. Die Tasche passt schwer zu anderen Mustern und verlangt eher ein schlichtes Outfit. Sie ist damit leider die Diva unter den Kleidungsstücken… („Es kann nur einen Star geben“)

Fazit: Die Marke MCM feiert bereits seit Längerem ihr hippes Revival unter ihrer neuen asiatischen Führung. Ich habe sie zuerst in einem Food-Court in Bangkok in Thailand wahrgenommen. Dort trug sie ein stylishes Teenager-Mädchen als Rucksack mit Nieten. Sogar am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte hat ein Laden eröffnet. Der ist aber auch enttäuschend oft enttäuschend leer…

Arbeitstaschen 2): Porsche in der Hand

Arbeitstaschen Porsche Design
Porsche Design Arbeitstasche Foto: JO

Wer sich keinen Porsche als Auto leisten kann, trägt ihn an der Hand: die Arbeitstasche von Porsche Design. Groß genug für Ordner, Tablet und Notebook ist sie allemal. Hinzu kommt ein praktischer Reißverschluss an der Seite und hinten, um die Tasche auf einen ausgefahrenen Rollkoffer-Griff zu setzen. Ideal für Flugreisende, um die Schultern von einer voll gestopften Tasche zu befreien. Eine tolle Erfindung!

Tasche im Test: Die Wahrheit ist, dass die Tasche leider kein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat. Die Schnalle verschrammt zu schnell und das Stoff-Material leider ebenfalls. Besonders nervig: diese Tasche hat einen schlechten Stand und kippt ständig um. Weshalb sie hier auf dem Foto leider auch so vor einem Schuhkarton als Stütze abhängt. Dritter Kritikpunkt: der Reißverschluss geht an den Seiten zu weit nach unten und zu leicht auf, sodass Langfinger leichtes Spiel haben. An dieser Stelle ein Gruß an den Designer: Ich verstehe bis heute nicht dieses Design?

Fazit: Bei Porsche-Design-Taschen zahlt man doch das Auto: den Namen, das Design, den Hype. Das Preis-Leistungsverhältnis bleibt dabei auf der Strecke. Ich würde zu einer anderen Tasche raten, wenn du dich nicht unbedingt mit dem Porsche-Namen schmücken möchtest.

Arbeitstaschen 3): Hugo in der Hand

Arbeitstaschen Hugo Boss
Hugo Boss Tasche Foto: JO

Hugo Boss macht eigentlich gute Arbeitstaschen in einem bezahlbaren Preis-Segment. Eigentlich. Die hier gelbe Tasche ist ein absoluter Hingucker, der jedes Outfit spannender erzählt. Zu einem grauen Wollmantel im Herbst oder zu einem schwarzen Outfit im Sommer sieht diese Tasche absolut stylish aus. Die Fashion Week ist damit dein. Ich habe die Tasche bei Hugo Boss online gekauft und reklamiert. Sie hatte leider unschöne Flecken an der Seite. Vermutlich ein Ausstellungsstück. Damals habe ich das schon unverschämt gefunden, eine solche Tasche im Sale zu verkaufen, ohne darauf hinzuweisen. So habe ich noch mal Rabatt bekommen. Es lohnt sich also „Rabatz“ zu machen und auch Online-Käufe zu reklamieren. Viele scheuen das Zurückschicken und die damit verbundenen Mühen – Shopping-Tipp: Mach dir das zunutze und biete an, die Ware zu behalten, wenn sie hierfür noch mal mit dem Preis um ein paar Euro runtergehen.

Tasche im Alltagstest: Definitiv eine schöne Tasche, das gelbe „Palmellato-Leder“ ist aber leider auch recht anfällig für Flecken. Knackpunkt an dieser Tasche ist der Reißverschluss, der viel zu sperrig für eine solche Qualitätsmarke zugeht.

FAZIT: Deshalb kann ich euch diese Tasche nicht guten Gewissens empfehlen. Hier muss Hugo Boss dringend nachbessern, um in der höheren Taschen-Liga mitspielen zu können.

Arbeitstaschen 4): Das Einsteiger-Modell

Arbeitstaschen Zara
Zara Men Tasche, Foto: JO

Mit Zara fing es bei mir damals an. Meine ersten Henkeltaschen sind von Zara gewesen. Hier habe ich sie für um die 50 Euro gekauft. Ein Material-Mix aus billigem Polyethylen – was sich als angenehm wasserfest und damit regentauglich erweist. Ein Pluspunkt. Ein Minuspunkt ist aber die Kurzlebigkeit: diese Taschen halten leider nur wenige Saisons. Die Ecken fransen schnell aus, die Tasche sieht damit abgeranzt und billig aus. Das geht auch nicht als Vintage durch.

Die Tasche im Test: Diese Tasche ist hingegen aus echtem Leder und hat mehr als 100 Euro gekostet. Ein Preis, der sich bezahlt macht; denn von meinen drei Zara-Taschen hält diese bis heute. Die Kroko-Leder-Optik ist zugegeben speziell und nicht jedermanns Sache, aber die Tasche passt herrvorragend zu einem Outfit mit Rosa als T-Shirt oder Hemd und Braun- oder Beige-Tönen als Hose und Sakko.

Fazit: Die Fast-Fashion-Strategie von Zara finde ich hochproblematisch und unsympathisch. Hier entdecke ich beim Shopping zu viel Polyester auf den Stangen und möchte euch auch nicht dazu raten, Polyester zu kaufen (hier mein Blogpost mit dem Hintergrund dazu). Mein Tipp: Schau alternativ, ob du Taschen mit Leder oder Stoff findest. Dann hast du auch bei Zara-Taschen eine durchaus akzeptable – Achtung wieder Wortspiel – Haltbarkeit.

Arbeitstaschen 5): Verloren in den Tiefen

Arbeitstaschen DKNY
Shopper DKNY, Foto: JO

Dieser schöne Shopper von DKNY (Donna Karan New York) ist ein ebay-Schnäppchen. Zweite Hand. Günstig angeboten, weil der Besitzer sie geschenkt bekommen aber nicht haben wollte. Sofort-Kauf. Meine Eltern haben sie mir dann – mit meinem augenzwinkernden Hinweis – zu Weihnachten geschenkt. Shopping-Tipp: So findest auch du günstige Marken-Taschen. Die Recherche lohnt sich besonders im Herbst und nach Weihnachten. Im Herbst: weil dann die Herbst-/Wintermode in die Läden und unter die Leute kommt und nach Weihnachten, weil danach viele ungewünschte Geschenke zu Geld gemacht werden.

Das Schöne an Shoppern ist, dass sie sowohl zu einem eleganten als auch zu einem lockeren Outfit passen. Sowohl zu Sneakern als auch zu Lederschuhen. Sowohl zu einer Chinohose als auch zu einer Jeans.

Die Tasche im Test: Bei dieser Tasche fragt mann sich schnell, wie das eigentlich die Frauen mit ihren Riesen-Taschen machen. Wie kann mann hier etwas innerhalb von Sekunden, nicht Minuten finden? Ich weiß es bis heute nicht, wühle, krame, fluche und suche ständig nach Kleinigkeiten wie nach meinen Kopfhörern, meinen Lactrase-Tabletten, meinen Pfefferminz. Dabei fühle ich mich wie Priscilla Presley in „Die Nackte Kanone“, als sie in den Kühlschrank steigt und darin bis zu den Füßen verschwindet:

FAZIT: Absolut nicht geeignet für Männer, die sonst keine Taschen benutzen. Von der Gesäßtasche zu dieser Tasche ist es für viele Männer ein zu großer Schritt. Hier empfehle ich etwas Handlicheres.

Arbeitstaschen 6): Mein Favorit

Arbeitstasche Coach
Arbeitstasche Coach, Foto: JO

Coach ist eine hierzulande noch recht unbekannte Marke aus New York, die sich in immer mehr Outlets (McArthurGlenn) einquartiert. Hier gibt es die Taschen im Preissegment um die 400 Euro und hier habe ich sie zuerst in Schwarz und dann noch mal in Blau gekauft. Beide Käufe bereue ich bis heute nicht, denn:

Die Tasche im Test: diese Arbeitstasche hat eine unschlagbare Qualität. Ihre Beschichtung macht sie auch regenfest (ideal für den Fahrradkorb), die glänzende Beschichtung sieht zudem edel aus, sodass sich diese Tasche auch zu einem Anzug tragen lässt. Darüber hinaus ist die Tasche angenehm robust und groß, hat eine gute Fächeraufteilung und einen Tragegurt mit durchdachten Seiten-Karabinern (die Achillesferse vieler Taschen). Hinzu kommt ein angenehm schlichtes Design und ein zurückhaltendes Markenlogo, sodass diese Tasche auch nicht wie Louis Vuitton, Gucci oder Prada gleich dick aufträgt. Das kann ja hierzulande durchaus ebenfalls Kunden verschrecken (siehe mein Artikel Erfolg anziehen, den ich zuerst für Spiegel Online geschrieben habe).

Fazit: Große Empfehlung an dieser Stelle!!! Und wenn ihr neugierig seid: hier der Link zu ausgewählten Online-Shops (Affiliate-Link, Style-Statement erhält eine Provision). Leider gibt es dort keine Coach-Taschen, dafür jede Menge andere empfehlenswerte Modelle im oben genannten Preissegment.

 


 

Arbeitstaschen 7): Ted-Talk

Arbeitstaschen Ted Baker
Ted Baker Tasche, Foto: JO

Meine Ted-Baker-Tasche im schönen Cognac-Farbton habe ich im KaDeWe entdeckt – und musste sie sofort haben. Preislich lag sie bei 250 Euro, die sich mittlerweile mehr als „abgetragen“ haben. Ich nutze sie oft und viel, denn die Tasche hat eine gute Fächeraufteilung, ein stylishes blaues Innenfutter, das – kleiner Kritikpunkt – leider etwas polyester-billig aussieht. Ted Baker ist eine britische Marke und mit ihr hast du diesen schönen britischen Look, der wunderbar für einen Anzug und einen Casual Look passt. Er ist gleichzeitig elegant und hip. Das muss man erst mal können.

Tasche im Test: Diese Tasche bewährt sich im Alltag. Sie ist groß genug, hat eine Außenschlaufe für den Aufsatz auf einen Rollkoffer und sieht auch nach intensiver Benutzung immer noch gut aus.

Fazit: Diese Tasche ist nicht zu teuer, um sie zu benutzen. Shopping-Tipp: im Sale haben viele Anbieter die Ted-Baker-Taschen noch mal sehr schön reduziert. Ted Baker macht auch verspielte Varianten, die Richtung Schultaschen gehen. Hier halte dich zurück und wähle lieber einen schlichten Begleiter.

Arbeitstaschen 8): Preis-Leistungs-Sieger

Arbeitstaschen teemzone
Tasche teemzone, Foto: JO

Teemzone heißt die Marke dieser Tasche, die ich auf Amazon gekauft habe. Du kennst sie nicht, weil sie aus China kommt, weshalb die Kosten nicht allzu hoch waren. Die Tasche hat hierfür eine recht hochwertige Anmutung, deshalb gebe ich sie euch hier noch als Tipp mit auf den Weg. Bei Amazon rate ich euch immer, die Bewertungen der anderen Kunden anzuschauen und hier auch unbedingt skeptisch bei hundert Prozent Lobhudelei zu bleiben. Sind das wirklich echte Bewertungen? Ebenfalls wichtig ist ein Blick auf den Lieferzeitraum: Braucht die Tasche mehrere Wochen – dann wird sie aus China verschifft, landet beim Zoll und muss hier mitunter entsprechend versteuert werden. Mehr dazu hier: www.zoll.de (Direktlink).

Fazit: Eine Tasche, der man ihren geringen Preis nicht ansieht und die deshalb durchaus eine Empfehlung verdient. Ich selbst nutze sie allerdings selten, was aber daran liegt, dass ich auch kaum Anzüge trage. In diesem Kontext noch ein paar wertvolle Tipps. Männer, lernt aus meinen Fehlern!

10 Taschen-Tipps, die dir bares Geld sparen:

  1. Anfänger-Fehler vermeiden: Die Tasche immer zu den Schuhen und zum Gürtel abstimmen. Ein No-Go: Braune Schuhe, schwarze Tasche.
  2. Du hast noch keine Arbeitstasche? Dann kaufe dir als erstes eine schwarze Tasche. Schwarz ist die Businessfarbe schlechthin. Zweite Farbe: Braun, damit erschließt du dir die ganze Braun-Beige-Sand-Richtung. Dritte Farbe: Blau. Eine blaue Tasche passt zu weißen Sneakern und zu einer blauen Jeans. Vierte Farbe: Grau. Nice to have, aber nicht unbedingt nötig. Weitere Möglichkeiten: Eine Statement-Farbe wie Gelb, Rot oder Grün.
  3. Hierauf achtest du beim Kauf: Hat die Tasche einen Schultergurt, den man auch abmachen kann? Passt ein Ordner hinein? Ist sie stabil genug für ein Notebook? Hat sie einen Zusatz für das Aufsetzen auf einen Rollkoffer? Ist sie vielseitig genug für einen Anzug und einen Casual-Look? Lässt sich der Reißverschluss gut auf- und zumachen? (Du weißt, jetzt warum). Ist die Tasche regenfest? Regenfest meint kein Flutwasser, sondern ein paar dicke Tropfen.
  4. Gute Taschen-Marken zum Stöbern sind: Samsonite, Ted Baker, Coach, Porsche Design, MCM, Bally, Gucci, Burberry, Prada, Louis Vuitton (aufsteigend im Preis).
  5. Die meisten Herren-Arbeitstaschen sind aus Leder, Kunstleder oder Kunstfasern. Canvas ist ein beschichtetes Segeltuch, das von Marken wie Louis Vuitton eingesetzt wird und sehr robust ist.
  6. Ein paar Worte zu den Luxus-Arbeitstaschen: Ich stand schon in den Stores im KaDeWe, hatte eine Tasche für mehr als 1.000 Euro in der Hand – und Probleme, den Reißverschluss zuzumachen. Eine peinliche Situation für die Verkäuferin – und für mich ein Grund, hier absolut kritisch zu schreiben: ein hoher Preis ist kein Garant für eine hohe Qualität. Hier zahlst du für den Namen, das Image, das Marketing – und leider am wenigsten für die Produktion.
  7. Wenn du reist, behandle deine Arbeitstasche pfleglich. Wenn du sie im Compartment im Flugzeug verstaust, verpacke sie besser in einen mitgenommenen Stoffbeutel. Glaub mir, ich habe mir hier leider schon sehr schöne Taschen verkratzt, weil sie bei Start und Landung durch das Gepäckabteil gerutscht sind…
  8. Zuhause verstaust du deine Taschen am besten trocken und dunkel. Wenn möglich im Schrank oder begehbaren Kleiderschrank. Das heißt: nicht im direkten Sonnenlicht (sie bleichen aus) und auch nicht im feuchten Keller. Hier habe ich die traurige Erfahrung in Berlin gemacht, dass sogar Ledergürtel in Berliner Altbaukellern schimmeln können…
  9. Vintage-Aktentaschen: Ähnlich wie Lederjacken können auch Arbeitstaschen aus dem Second-Hand-Store durchaus ihren Reiz haben: diese schöne Patina, gemischt mit einem Spitzen-Preis. Hier sage ich: die Aktentasche muss zum Look passen. Eine 1970er-Tasche sieht zu einem modernen Anzug eher nicht aus. Und mit ihr schaut mann auch leider schnell aus wie der Lehrer auf dem Weg zur Schule.
  10. Schultertaschen: Es gibt sie noch, die Männer, die auch nach diesem Blogpost an ihrer heiß geliebten Schultertasche festhalten. Diese Modelle von Eastpak, Freitag und wie die ganzen Marken hierfür heißen. Die Wahrheit ist: Mit ihr siehst du aber am Ende eher wie der Fahrradkurier aus als wie der Unternehmer oder Mitarbeiter. Womit wir wieder beim Style-Statement wären: „Kleide dich nicht für den Job, den du hast – sondern für den, den du anstrebst.“

Ich selbst trage selten Anzüge hier in Berlin, deshalb hier noch ein kurzer O-Ton von einem Profi-Anzugträger: Sultan Rayan Shahad, dessen Instagram-Profil ich euch hier ans Herz lege. Er macht nicht nur eine herrvorragende Figur im Anzug – er gibt hier auch Tipps, welche Taschen er gern zum Anzug kombiniert:

„Braun ist sehr safe und passt immer und leicht zu kombinieren. Zudem kann ich dir die Handmade-Richmonds-Taschen  empfehlen. Preis-Leistung stimmt und dazu sind es Unikate; maximal 20 pro Modell. Sie werden in Indien von einer Designerin aus Neuseeland produziert. Ich habe Sie in Dubai kennenlernen dürfen. „Willi“ ist das Modell perfekt für den Alltag. Wobei ich auch sehr gerne die smarten Taschen POCHETTE von Massimo Dutti  mag. Stylisch und praktisch.“

Mehr passende Arbeitstaschen zu guten Outfits auf Pinterest: Hier habe ich dir erneut jede Menge Outfit-Inspirationen für Arbeitstaschen zusammengestellt. Du findest hier nicht nur schöne Hand-/Henkeltaschen komplett mit möglichen Looks, sondern überdies die schönen Dokumentenmappen, die Männer jetzt alternativ in die Mittagspause mitnehmen können. Böse Zungen nennen sie die „Herren-Clutch“ – Style-Kenner nennen sie die absolut stilvolle Alternative für verbeulte Gesäßtaschen.

Übrigens: Wer in Berlin shoppen und sich ein Berlin-Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, findet auch hier sehr schöne handgemachte Businesstaschen: Die Arbeittaschen von Mabba. Diese habe ich euch in meiner „Rubrik Made in Berlin“ vorgestellt: Mabba – den Erfolg in die Tasche stecken.