Der Urlaub steht endlich vor der Tür: Jeder dritte Deutsche lässt sich dann allerdings vom Koffer packen unnötig stressen. Mit diesen fünf Tipps kann der Stress einpacken – und du fliegst leicht beschwingt in den Urlaub.

Im Flughafen-Terminal: Leichtgängig ziehen die Piloten und Stewardessen ihr Roll-Köfferchen hinter sich her, unterhalten sich vergnügt und wirken trotz des bevorstehenden Langstreckenflugs tiefenentspannt. Und man selbst? Der eigene Koffer scheint fast zu platzen, es grenzt mal wieder an ein Wunder, dass man ihn überhaupt zubekommen hat. Erneut konnte man sich nämlich nicht entscheiden, wie viele Outfits und Schuhe mitreisen sollen – und wie man sie geschickt verstaut. Dabei liegt die Antwort so nahe: Sie stolziert in Uniform und mit Rollkoffer zum Abflug-Gate.

Koffer packen Tipp 1): Multiplayer-Garderobe

Ob Jet-Setter, Mode-Stylisten oder professionelle Kofferpacker: Sie alle empfehlen „Zweimal-im-Jahr-Urlaubern“ sich die Methode der Vielreisenden abzuschauen – sich eine „Reiseuniform“ zuzulegen. Was für die Stewardess oder den Piloten die Uniform ist, ist für den Gelegenheits-Reisenden die „Multiplayer“-Garderobe, sprich: Alle Teile sind aufeinander abgestimmt, sodass sie sich im Idealfall beliebig kombinieren lassen. Diese Auswahl legt man sich einmal auf dem Bett zurecht – und profitiert davon jahrelang auf sämtlichen Urlaubs- und Geschäftsreisen.

Auf YouTube finden sich informative Videos, wie man(n) diese zusammenstellt.

Styling-Tipp:
Für die Multiplayer-Garderobe grenzt du am besten die Farbpalette ein, zum Beispiel auf Pastell-Töne oder Schwarz-Weiß.

Männer können sogar mit nur acht Teilen (!) acht Outfits und damit eine ganze Reise-Garderobe zusammenstellen, wie Stylistin Reachel Bagley zeigt. Hier habe ich euch meine Reise-Garderobe zusammengestellt:

 

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Die Vorteile dieser Reise-Garderobe:

  • Alle Teile lassen sich miteinander kombinieren. Deshalb sind alle Teile schlicht und uni. Weiße Sneakers passen zu allem und machen auch abends noch einen guten Auftritt. Falls es mal schicker sein muss, habe ich alternativ Mokassins dabei, die ich am liebsten in Braun und in Wildleder trage. Sie passen gut zu Geschäftsreisen, Städtereisen und auch zum Strandurlaub in einem gehobeneren Hotel abends fürs Dinner.
  • Das weiße Hemd ist der Multiplayer für Männer. Es passt zur Jeans, Shorts, zum Sakko, zu Sneakers und zu Mokassins. Perfekt. Tipp: Leichte Baumwolle für den Urlaub. Alles, was bügelfrei ist, ist beschichtet und deshalb wenig „schweißtauglich“.
  • Pastell-Töne, weiß und beige/sand lassen sich wunderbar kombinieren und passen hervorragend farblich zum Sommertyp (das sind wir Deutschen mehrheitlich). Wenn der Urlaub länger geht, funktioniert als Ergänzung ein schwarzes Hemd und schwarzes T-Shirt in dieser Garderobe.
  • Beim Hut, bei der Sonnenbrille und bei den Sneakers setze auf Design-Klassiker, die etwas retro und damit zeitlos sind. Was retro ist, kann schwer aus der Mode kommen – es sei denn der Retro-Trend wird generell abgewechselt durch futuristische Kleidung.

Im Grunde ist das die Fortführung der so genannten Basis-Garderobe, bei der sich viele Teile gut miteinander kombinieren lassen. Mehr dazu in meinem Blogpost: Capsule Wardrobe – Wie Männer mehr aus ihrer Mode machen.

Koffer packen Tipp 2): Schweres am Körper

Doch wie spart mann Platz im Koffer? Die schwersten Teile, wie Mantel oder Sakko, trägt man am besten auf der Flugreise, empfiehlt das Magazin GQ. Auch den Strohhut für den Strand. Soll das Sakko fürs abendliche Dinner doch in den Koffer, dann das Kleidungsstück am besten auf links ziehen – das schützt zum Beispiel die Schulterpartie – und in einem Plastik-Sack aus der Reinigung einwickeln. Das verhindert Falten.

Immer mehr Hotels stellen nicht nur Handtücher – auch für den Strand – und den Haarfön zur Verfügung, sondern ebenfalls die wichtigsten Hygiene-Artikel. Wer wie ich schon mal Backpacking in Asien gemacht hat, weiß zudem, dass sich das dick-flauschige Frottee-Handtuch hervorragend durch ein leicht trocknendes Camping-Handtuch mit Microfasern ersetzen lässt. Und statt Strandmatte oder Badetuch tut es auch ein leichter Sarong.

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Koffer packen Tipp 3): Rollen statt falten

Nick Wooster, Mode-Experte und Vielreisender aus New York, gibt alternativ den Tipp , den Kulturbeutel stets mit allen Hygiene-Artikeln in Reisegröße parat zu haben. So muss man gar nicht lange nachdenken. Für Männer ist übrigens ein Navy-Sakko der ideale Reisebegleiter. „Navyblau lässt jeden gut aussehen. Sie ist die demokratischste Farbe überhaupt.“

Koffer packen Tipps
Profi-Tipp: Wer rollt statt faltet, bekommt mehr Kleidungsstücke in den Koffer. Foto: istock LightFieldStudios

Um das Knittern von Stoffhosen zu vermeiden, werden diese am besten gerollt. Gerollte T-Shirts und Tops sind überdies gute Lückenfüller; das gilt ebenfalls für Unterhosen, gibt der Online-Versandhändler Zalando auf YouTube als Tipp. Alte Sonnenbrillen-Etuis können wiederum als Stauraum für Ladegeräte fungieren.

Koffer packen Tipp 4): Schweres nach unten

Koffer packen Profi-Tipps
Butler Ricardo Dürner, Foto: Hotel Adlon Kempinski Berlin

Professionelle Kofferpacker wie Butler Ricardo Dürner aus dem Berliner Fünf-Sterne-Hotel Adlon empfehlen überdies: Die schwersten Stücke immer nach unten (nahe der Kofferrollen) legen. Die Zwischenräume werden dann mit Socken, Strumpfhosen oder zusammengerollten T-Shirts aufgefüllt.

Der gebürtige Mexikaner betreut seit 1999 die Gäste der Präsidenten-Suite, darunter Staatsoberhäupter, Hollywood-Stars oder Unternehmer. Zu seinen Gästen zählten schon Michail Gorbatschow, der Dalai Lama und Michael Jackson.

Butler Ricardo ist 24 Stunden für seine Gäste da, bügelt auf Wunsch die Zeitung auf – und packt ebenfalls die Koffer. Staatsgäste haben oft große Übersee-Koffer dabei, wie man sie aus historischen Filmen kennt, in denen Anzüge und Abendkleider auf dem Bügel hineingehängt werden.

Koffer packen Tipp 5): Folien und Lücken

Das mag sich der Otto-Normal-Reisende angesicht strikter Koffergewichtsregeln von Fluggesellschaften wohl kaum abschauen können – wohl aber die folgenden Tricks:

  • Empfindliche Kleidungsstücke, wie ein Sakko oder ein Blazer, niemals plattdrücken, sondern lieber im Brustbereich mit anderen Kleidungsstücken, zum Beispiel Unterwäsche oder T-Shirts, auffüllen. Erst zum Schluss kommt das untere Ende des Sakkos in den Koffer und umschließt damit die leichteren Kleidungsstücke. Die Ärmel des Sakkos beispielsweise mit Seidenpapier aufpolstern. Gleiches gilt für die Hosenbeine von Stoffhosen.
  • Knitterfalten entstehen, wenn Stoff aneinanderreibt. Das verhindert Seidenpapier oder eine aufbewahrte Schutzfolie aus der Reinigung.
  • Lederschuhe kommen am besten in einen Stoffbeutel, damit keine Schuhcreme auf die Kleidung abfärbt. Stoff ist besser als Plastik, damit die Schuhe nicht „schwitzen“.
  • Planung ist das A und O, sprich: den Wetterbericht studieren, die Kleidung vor dem Packen auf dem Bett auslegen und im Falle von Platzproblemen einfach Teile wieder aussortieren.

„Vergessen Sie außerdem nicht, dass Sie in guten Hotels, ihre Kleidung auch reinigen lassen können.“ Und noch einen weiteren Tipp hat Butler Ricardo bereit: „Und seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie begeisterter Shopper sind, lassen Sie noch etwas Platz im Koffer für Souvenirs.“ Dann kann der Urlaub kommen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde zuerst auf Berliner Akzente veröffentlicht und von mir hier für die Urlaubssaison 2018 überarbeitet.

Koffer packen in Zahlen:

Prozentzahl der Deutschen, die Koffer packen als Stress empfinden: 32,9 Prozent (Quelle: Apotheken Umschau)

Kleidungsstücke, die Frauen durchschnittlich für eine Woche mitnehmen: 36 Teile
Kleidungsstücke, die Männer durchschnittlich für eine Woche mitnehmen: 18 Teile
(Quelle: Reiseportal Hypermarket aus Großbritannien)

Prozentzahl der Männer, die sich selbst um ihr Reisegepäck kümmern: 44 Prozent
Zahl der Männer, die noch nie selbst einen Koffer gepackt haben: 6 Prozent (Quelle: Flugsuchmaschine Skyscanner)