Egal, ob im Online-Shop bei Otto Zalando oder Asos. Oder im stationären Handel bei H&M, Zara und Co: Trends in der Männermode und Herrenmode kommen und gehen – diese Klassiker bleiben hingegen immer gefragt: Style Statements erklärt die Herkunft von Kleidungsstücken – und wie mann sie kombiniert. So viel vorweg: Die Geschichte der Männermode ist oft blutig. Ein Mode-Lexikon, das gleichzeitig Modeberatung für Männer ist. In dieser Folge: der Dufflecoat.

Er zog über Weltmeere, schützte Seeleute und Navy-Offiziere vor Wind und Kälte, kleidete Feldmarschalle im Zweiten Weltkrieg – und sogar Außerirdische in Persona von David Bowie (1976). Der Dufflecoat wärmt seit 1890 Männer rund um den Globus und ist bei Briten, Franzosen und Chinesen weltweit beliebt.

Modeberatung Nr. 1) Warum tragen:

Weil der Dufflecoat jetzt im Winter mit seinem schweren Wollstoff wunderbar warm hält und gleichzeitig stilvoll aussieht. Und: Weil er sehr flexibel zu eleganten sowie zu lässigen Outfits getragen werden kann. Er ist übrigens der einzige klassische Mantel, der über eine Kapuze verfügt und somit hervorragend bei Regenwetter funktioniert. Und wenn ihn Seeleute, Navy-Offiziere und Feldmarschalle im Krieg getragen haben, vermögen sich auch moderne Männer mit ihm wunderbar durch den Großstadt-Alltag zu kämpfen. Der Dufflecoat kann auch von Frauen getragen werden – an Männern sieht er aber eindeutig besser aus, weil seine Knebelverschlüsse der männlichen Figur einfach besser schmeicheln. Sorry, meine Damen!

Dufflecoat Mann
Foto: istock javi_indy

Modeberatung Nr. 2) Vorsicht, Fashion-Falle:

„Günstige“ Dufflecoats mit Polyester als Innenfutter und Plastik-Knebeln mögen ein Einstieg für „Preisbewusste“ sein – sehen leider aber auch billig aus. Lieber ein paar Euro mehr investieren und Qualität kaufen: Die Knebel sind historisch entweder aus Holz oder Horn. Mann kann übrigens direkt beim historischen Hersteller Montgomery im Internet ordern. Die Preise liegen kaum über der hiesigen Winterware – und man bekommt quasi gleich ein Original mit dem wunderbaren Karo-Innenfutter. Möglich macht das der Wegfall des Zwischenhändler-Aufschlags. Achtung: die UK-Größen unterscheiden sich von den deutschen. Eine deutsche 52 entspricht einer 42 dort. Also noch schnell zuschlagen, bevor die Briten aus der EU abdampfen.

Vorsicht ebenfalls vor der Schüler-Falle: Falsch kombiniert sieht mann im Dufflecoat nämlich nicht wie ein schnittiger Offizier aus, sondern wie ein britischer Schüler auf dem Weg ins Harry-Potter-Universum nach Hogwarts.

Modeberatung Nr. 3) Wie also kombinieren:

Hervorragend passt der Dufflecoat zum britischen Look: Stoffhose, Hemd oder Rollkragenpullover. Ebenfalls gut funktioniert der Bruch mit Boots als Kontrast und Jeans. Ironisch kann mann ihn mit Pullunder und Seitenscheitel tragen – aber das überlassen wir besser den Instagram-Bloggern… Männer sollten zudem auf die Länge achten: Ein langer, schmaler Typ trägt besser die längere Variante – ein kleiner und kräftiger Mann die kürzere.

Dufflecoat im Krieg Britische Navy
Im Zweiten Weltkrieg hielt der Dufflecoat die britischen Soldaten warm. Foto: From the collections of the Imperial War Museums

Modeberatung Nr. 4) Die richtige Farbe:

1890 wurde der Dufflecoat in Großbritannien erfunden, die ersten Modelle gab es in einem „fröhlichen“ Graubraun. In den beiden Weltkriegen war er entweder klassisch navy-blau oder braun. Mit beiden Farben (auch beige) kann mann also wenig falsch machen. Auch ein Grün-Ton sieht gut aus und ist gut kombinierbar. Ein Kriterium, das übrigens generell für den Kauf des Wintermantels bedacht sein will. Dufflecoats in Knallrot, Türkis oder Himmelblau führen die Historie des Kleidungsstücks ad absurdum. Jeder Offizier wäre in ihnen auf hoher See sofort von einem Scharfschützen erschossen worden. Völlig zurecht, wie ich finde. Das sieht ja auch wirklich verboten aus.

Modeberatung Nr. 5) Wissen für die nächste Party

  • „Wusstet ihr, dass der Duffelcoat aus der belgischen Stadt Duffel kommt (heute ein Stadtteil von Antwerpen)? Dort wurde der schwere Wollstoff hergestellt, der für die Soldatenmäntel der Royal Navy genutzt wurde.
  • „Wozu der Dufflecoat seine Holzknebel hat? – Das kann ich dir erklären: Die großen Holzknebel konnten auch mit kalten Händen oder groben Handschuhen leicht in die Seilschlaufen gesteckt werden. Nach dem Krieg wurde dann Horn genutzt.“
  • Der Dufflecoat wird auch Gloverall genannt – nach der ersten Firma, die ihn hergestellt hat.