Egal, ob im Online-Shop bei Otto Zalando oder Asos. Oder im stationären Handel bei H&M, Zara und Co: Trends in der Männermode und Herrenmode kommen und gehen – diese Klassiker bleiben hingegen immer gefragt: Style Statements erklärt die Herkunft von Kleidungsstücken – und wie mann sie kombiniert. Wo kommt der Trenchcoat her? Wer hat die Jeans erfunden? Wie kombiniere ich das Henley Shirt? So viel vorweg: Die Geschichte der Männermode ist oft blutig. Ein Mode-Lexikon, das gleichzeitig Modeberatung für Männer ist.

Ein Mann trägt ein Henley Shirt
Bild: Fotolia, Nicholas Piccillo

Wenn Männer ein Kleidungsstück suchen, das sowohl bequem ist, als auch männlich und sexy  – dann sollten sie zum Henley Shirt greifen. Was bis 1800 noch als Unterhemd getragen wurde, ist viel zu schade, um es unter Strickjacken oder Pullovern zu verstecken. Das Henley Shirt ist die ideale Alternative zum klassischen T-Shirt und sollte deshalb in keinem Kleiderschrank fehlen: lässige Knopfleiste, robuster Stoff aus zum Beispiel Doppel-Ripp, der geschickt etwas Bauch kaschiert. Da muss mann schon einiges falsch machen, um darin nicht gut auszusehen – eben: herb, kernig und nach einem Mann, der anpackt.

Modeberatung 1: Wie mann es kombiniert

Das Henley Shirt findet seinen perfekten Kompagnon in einem lässigen Holzfäller-Hemd, das offen drüber getragen wird, oder einem Jeanshemd oder Hemd im Military-Look mit Brusttaschen. Insgesamt passt ein lockerer oder sportlicher Look, mit einer Jeans und lässigen Schuhen: im Idealfall Schnürboots oder Sneakers wie Converse. Upgrade für den Look: ein Leder-Armband. Gern auch ein paar Ringe. Lest hierzu meinen Blogpost Wie Männer Ringe tragen.

Vor allem in den kalten Monaten ist es ein idealer Bestandteil des Layer-Looks: Henley Shirt, Hemd, Strickjacke, Jacke oder Mantel – so ist mann für kalte Temperaturen gewappnet und kann sich in warmen Räumen von überflüssigen Kleidungsstücken schnell entledigen. Auch im Sommer ist das Henley Shirt ein Style Statement; dann am besten in leichten Cotton-Stoffen. Allein getragen funktioniert das Henley Shirt ebenfalls gut: zum Beispiel meliert oder mit farblich abgesetzter Kragenleiste. Gut sieht das Henley Shirt auch mit einem weißen T-Shirt aus, dass mann drunter trägt.

Modeberatung 2: Wo es herkommt

Aus dem englischen Henley-on-Thames, 100 Kilometer westlich von London, wo 1839 die Ruderer zur Henley Royal Regatta angetreten sind. Sie trugen das Henley Shirt als Uniform, die für die Ruderer nicht an den falschen Stellen zwickte, sondern sich flexibel mitbewegte. Mit der wachsenden Beliebtheit des Rudersports weltweit nahm auch das Henley Shirt seinen Weg an die Spitze. Charakteristisch ist die Knopfleiste: zwei bis fünf Knöpfe lang, ähnlich wie das Polo Shirt – nur ohne Kragen.

Modeberatung 3: Die richtige Farbe und Form

Das Henley Shirt gibt es kurz- und langärmlig. Beides funktioniert mit einem Hemd oder auch unter einer groben Strickjacke. Im Sommer sind leichte Pastell-Töne eine gute Wahl, ein markantes Military-Grün setzt dem maskulinen Look noch eins drauf. Doch auch ein kräftiges Rot oder sommerliches Türkis kann beim Henley Shirt gut aussehen. Achtung beim Fitting: das Henley Shirt sollte wirklich sitzen. Nicht zu locker an Ärmel und Schultern! Im Sack-Outfit versinkt jede Sexyness. Das gilt vor allem bei dickeren Stoffen. Unschön ebenfalls: wenn der Stoff auf Ellenbogenhöhe Wellen schlägt. Oder, wenn die Ärmel am Handgelenk zu kurz ausfallen.

Dünne Männer sollten wissen, dass sie im Henley Shirt noch dünner aussehen. Dann besser nicht allein, sondern ein Hemd drüber tragen. Und Männer mit Bauch? Einige Stil-Experten raten ihnen vom Henley Shirt ab – ich aber nicht: wenn es an den Schultern gut sitzt und am Bauch lockerer ausfällt, mann eine dunkle Farbe wählt und ein schönes Hemd drüber trägt. Und Männer mit Muskeln: sofort hinein ins Henley Shirt. Hierfür habt ihr jahrelang trainiert.

Modeberatung 4: Lieber nicht

Sexy Schlafzimmer-Look: ja – schlabbriger Schiesser-Gute-Nacht-Look: nein, danke. Wie Letzteres sieht das Henley Shirt in Blau und mit Querstreifen aus. Das stand schon Papa in den 1970ern nicht… Insgesamt ist das Henley Shirt für Querstreifen schwierig. Wer auf Streifen (be-)steht, wählt lieber leichtere Stoffe. Und nicht vergessen: das Henley Shirt ist ein Basic-Teil. Es sieht in ruhigen Tönen und guter Qualität einfach am besten aus. Deshalb: den verwaschenen Look, die farblich abgesetzten Brusttaschen oder die Billig-Variante für 5 Euro mit Polyester-Beimischung vermeiden. Mit Letzterer macht man sich über den Tag getragen keine Freu(n)de.

Modeberatung 5: Die Kür beim Henley Shirt

Das Henley Shirt erinnert an Zwanzigerjahre, Großvater und schwere Stoffe – warum also nicht den Look komplett machen: Hosenträger, Schiebermütze, braune Stoffhose aus Tweed, Cord oder in Salz-Pfeffer-Optik. Dazu schwere Worker-Boots und eine Lederjacke mit abgesetzten Kragen.

 

Schon gewusst?

Auch das Baseball-Shirt ist vom Henley Shirt inspiriert. Die US-Amerikaner haben die Knofpleiste in den frühen 1900er-Jahren übernommen. Eine Variante davon tragen Sportler bis heute, obwohl die durchgängige Knopfleiste üblicher ist. http://www.bestmadeprojects.com/post/61591017784/the-history-of-the-henley-shirt-the-henley-shirt