Egal, ob im Online-Shop bei Otto, Zalando oder Asos. Oder im stationären Handel bei H&M, Zara und Co: Trends in der Männermode und Herrenmode kommen und gehen – diese Klassiker bleiben hingegen immer gefragt: Style Statements erklärt die Herkunft von Kleidungsstücken – und wie mann sie kombiniert. So viel vorweg: Die Geschichte der Männermode ist oft blutig. Ein Mode-Lexikon, das gleichzeitig Modeberatung für Männer ist. In dieser Folge: der Trenchcoat.

Der Trenchcoat passt zum Mann wie Humphrey Bogart zu Ingrid Bergman, Stephan Derrick zu Harry Klein und Inspektor Columbo zum plaudrigen Mörder: Von vielen Mode-Experten wird er als fester Bestandteil der Basisgarderobe gesehen und von vielen Designern in ihren Kollektionen beständig aufgegriffen. Warum – dieser Frage gehen wir jetzt nach. Und auch den meist gegoogelten zum Thema Trenchcoat.

Modeberatung Nr. 1: Warum Trenchcoat tragen?

Weil er der ideale Mantel für das Übergangswetter ist. Nicht zu dick und doch robust. Und stets stylish. Zum großflächigen Einsatz kam er im Ersten Weltkrieg als Kleidungsstück für die Offiziere der britischen Armee. Im Schützengraben („trench“ ist das englische Wort für Graben) hielt er die Offiziere bei Wind und Regen warm. Also gaben sie ihm den Spitznamen „Trenchwarm“. Charakteristisch sind die Sturmlasche am Kragen, die Schulterstücke und die D-förmigen Metallringe am Gürtel (dienten zur Befestigung der Ausrüstung). Bis heute ist dieses Design geblieben – ein Zeichen für die zeitlose Ästhetik dieses Klassikers.

Trenchcoat
Trenchcoat im Zweiten Weltkrieg: Foto wikimedia Zealand [CC BY-SA 3.0]
Aufgrund dieser Herkunft eignet er sich auch für nasskaltes Übergangswetter, noch dazu ist er für die gute Beweglichkeit entworfen. Erfunden haben ihn bereits um 1870 Thomas Burberry und John Emery. Der militärisch anmutende Look ist bis heute geblieben, ist 2018 abermals ein großer Trend und auch abseits davon jedem Mann anzuraten. Denn militärische Elemente in der Kleidung machen Männer kerniger.

Modeberatung Nr. 2: Wie sollte ein Trenchcoat für welchen Figurtyp sitzen?

Der Trenchcoat ist die Uniform für Kommissar Derrick – doch aussehen möchte mann sicherlich nicht wie dieser. Grau, verknittert, hängende Schultern – so bitte nicht. Ein Trenchcoat sollte stattdessen figurbetont sitzen, aber nicht am Bauch spannen. Wichtig ist der korrekte Sitz an den Schultern (keine Hängeschultern), da diese durch die Schulterklappen (Epauletten) des Trenchcoats besonders betont werden.

Form und Länge:

Größere, schlankere Männer können gut die ganze Länge tragen – kleinere Männer sollten hier die kürzere Variante bevorzugen. Ob der klassische Zweireiher oder die moderne Version Einreiher hängt von deinem Figurtyp ab. Bist du eine H-Figur (wie ich), lass die Finger vom Zweireiher. Er verstärkt nur deine gerade Silhouette und gibt dir nicht die V-Figur, die als Körperideal für Männer gilt. Ein langer Einreiher wiederum betont deine Vorzüge, falls du groß bist: Er macht dich schön lang und schlank. Als Länge gilt für die lange Variante: etwa auf Mitte der Oberschenkel sollte der Trenchcoat enden. So empfehlen es die Modedesigner David Fung und Yena Kim in „Fashion-Dog“.

Breitere Männer hingegen können ruhig den Zweireiher nehmen: Er macht sie schön kerniger/kerliger. Mit etwas Bauch lieber lockerer im Sitz. Oder mal in den Einreiher schlüpfen, den auch Männer mit einer O-Figur tragen können, siehe hier die gut gemachte Körpertypen-Beschreibung vom Kaufhaus Breuninger. Sie sollten auch lieber die dunkleren Farben wählen, da diese zusätzlich schlank machen. Styling-Tipp: was du betonen willst, trage in hellen Farben – was du verstecken willst, trage in dunklen Farben. Machen die Frauen beim Schminken im Gesicht genauso, Männer.

Styling-Tipp: was du betonen willst, trage in hellen Farben. Was du verstecken willst, trage in dunklen Farben.

Modeberatung Nr. 3: Welche Farbe eignet sich für den Trenchcoat?

Die klassische Farbe des Trenchcoats ist ein Erdton, wie Beige, Khaki oder Sand. Wähle hier die Farbe, die dir am besten steht – und die mit deiner Basisgarderobe am einfachsten kombinierbar ist. Auf diese Weise kann der Trenchcoat ein perfekter Allrounder für den Alltag werden. Ich selbst habe mit einem Navy-Trenchcoat mit hellen Knöpfen einen guten Kauf gemacht, denn der navyblaue Mantel passt zu meinen Jeans, Chinohosen und meinen Shirts, die oft in einem Rot-Ton sind. Trägst du lieber Chinohosen und blauen Shirts, passt ein Erdton besser.

At the launch of the new Swedish eyewear brand Oh My Eyes 😎

A post shared by Martin Hansson (@martinhanssons) on

 

Modeberatung Nr. 4: Welche Marke für den Trenchcoat?

Der klassische Trenchcoat ist der von Burberry. Kostenpunkt: ab 1.595 Euro. So viel kostet nun mal ein Mantel, wenn er in Europa hergestellt wird. Leider ist der Trenchcoat auch im Burberry-Outlet nicht wesentlich billiger (wenn überhaupt dort erhältlich). Burberry hält natürlich an seinem Zugpferd fest und gibt es ungern günstig aus der Hand.

Wenn es das Original sein soll: auf eBay gibt es gute Burberry-Trenchcoats second hand. Da oft von Privatverkauf und somit ohne Umtausch-Möglichkeit, rate ich dir dringend, die passende Größe vorher zu ermitteln. Ich bin kein Fan von Showrooming, sprich im Laden Sachen anprobieren, und dann im Internet kaufen – aber 1.595 Euro sind für viele von uns eine Stange Geld. Und es gibt in der Tat viele Burberry-Mäntel, die ungetragen in deutschen Kleiderschränken vor sich hin „leichen“. Warum also nicht einen Zweitbesitzer glücklich(er) machen? Und im Burberry-Laden tut es vielleicht auch ein günstigeres Accessoires, wie ein toller Burberry-Schal im Glencheck-Muster. Der passt nämlich herrvorragend zum Trenchcoat.

Modeberatung 5: Wie kombiniere und style ich den Trenchcoat?

Herrlich, meine Lieblingsfrage! Als Allrounder passt der Trenchcoat zu (fast) allem: zur Jeans und Chino – zum Hemd, Polo und T-Shirt. Du kannst ihn klassisch tragen und in die schickere Richtung gehen (Hemd und Chino), du kannst ihn lässiger tragen mit Jeans und Sneakern. Burberry selbst hatte unter seinem leider mittlerweile ausgeschiedenen Designer Christopher Bailey im Herbst 2013 eine tolle Kollektion mit Leoprint als Kontrast zum Trenchcoat und Glencheck-Muster. Mutige Männer tragen den Trenchcoat zusätzlich in einer Statement-Farbe (als Zweitmantel). Hier ist erlaubt, was gefällt. Schaut doch mal auf meine Pinterest-Pinnwand zum Thema Trench im Trend. Hier habe ich euch jede Menge Outfits zusammengestellt.

Und hier zeigt Marcel Schönemann (der Name ist doch ein Künstlername 😉 sehr schön, wie man(n) den Trenchcoat gut mit einer Farbe als Style-Statement kombinieren kann:

Kurz geantwortet auf die meisten Google-Fragen:

Wie binden?

Besser zu einem lässigen Knoten binden, statt die Schnalle fest zuzuziehen.

Welcher Stoff?

Trenchcoats gibt es in reiner Baumwolle oder beschichtet; der Wasser abweisende Garbadine-Stoff von Thomas Burberry legte 1870 sogar den Grundstein für den Trenchcoat. Hierbei handelt es sich um einen Stoff aus chemisch beschichteter langstapeliger Baumwolle. Burberry hat ihn sich offiziell patentieren lassen, erklärt Bernhard Roetzel in seinem Stil-Klassiker „Der Gentleman – Handbuch der klassischen Herrenmode“.

Zu welchen Anlässen trage ich den Trenchcoat?

Zu allen. Das ist das Schöne an diesem Mantel. Er eignet sich sowohl für die Arbeit, als auch für die Feier, als auch für Reisen als Begleiter. Er ist leicht im Compartment im Flugzeug verstaubar.

Weiterführende nützliche Links:

  • Der Klassiker von Burberry: diese Seite gibt wissenswerte Tipps und Hintergrundinfos https://uk.burberry.com/the-trench-coat/
  • Und hier ein gutes YouTube-Video von und mit dem britischen Fashion-Kolumnisten Darren Kennedy, den ich euch als Style-Experte ans Herz lege: